Die DSGVO verfolgt einen hohen Standard beim Schutz personenbezogener Daten.
Drittländer bieten jedoch nicht automatisch denselben Schutz wie EU-Mitgliedstaaten. Deshalb gelten besondere Anforderungen:
1. Angemessenheitsbeschluss
Die EU-Kommission kann feststellen, dass ein Drittland ein mit der EU vergleichbares Datenschutzniveau bietet.
Beispiele (Stand häufig genannter Länder):
- Japan
- Kanada (teilweise)
- Schweiz
- Südkorea
- USA (unter dem Data Privacy Framework – nur für zertifizierte Unternehmen)
Ist ein Angemessenheitsbeschluss vorhanden, ist ein Drittlandtransfer unkomplizierter möglich.
2. Standardvertragsklauseln (SCC)
Ohne Angemessenheitsbeschluss müssen Unternehmen Standardvertragsklauseln der EU-Kommission abschließen.
Diese enthalten verbindliche Datenschutzvorgaben.
3. Zusätzliche Schutzmaßnahmen
Je nach Risikobewertung können weitere Maßnahmen nötig sein, z. B.:
- Verschlüsselung
- Pseudonymisierung
- Technische Einschränkungen des Zugriffs
4. Transparenz- und Informationspflichten
Unternehmen müssen Betroffene darüber informieren, in welches Drittland Daten übermittelt werden und auf welcher Rechtsgrundlage dies erfolgt.
Beispiele aus der Praxis
- Ein Unternehmen nutzt ein US-basiertes Cloud-Tool → Drittlandtransfer
- Ein CRM-System sitzt in der EU, aber der technische Support befindet sich in Indien → Drittlandtransfer
- Eine Website bindet Google Fonts über externe Server ein → Drittlandtransfer (Datenfluss in die USA)
Welche Risiken bestehen bei fehlerhaften Drittlandtransfers?
Unternehmen, die die Regeln nicht einhalten, riskieren:
- Bußgelder gemäß Art. 83 DSGVO
- Abmahnungen
- Reputationsschäden
- Untersagung der Datenübermittlung
Die korrekte Umsetzung ist daher nicht nur eine juristische Pflicht, sondern auch ein wichtiger Faktor für Vertrauen und Compliance.
Fazit
Ein Drittlandtransfer bedeutet die Übermittlung personenbezogener Daten in ein Land außerhalb des EU/EWR-Raums. Da dort oft ein anderes Datenschutzniveau herrscht, stellt die DSGVO strenge Anforderungen. Unternehmen sollten daher genau prüfen:
- Wohin werden Daten übertragen?
- Auf welcher rechtlichen Grundlage?
- Sind Schutzmaßnahmen ausreichend?
Wer diese Fragen sauber klärt, schafft eine solide Basis für datenschutzkonforme Geschäftsprozesse und stärkt das Vertrauen von Kunden und Partnern.